Auswandern nach Thailand – Das musst du beachten

Für viele Menschen ist Thailand ein Paradies. Traumhafte Strände, freundliche Einwohner, köstliches Essen, tropisches Wetter und günstige Lebensunterhaltungskosten. Nicht verwunderlich, dass Thailand viele Auswanderer und Aussteiger anlockt. In Thailand zu leben und zu arbeiten, sich selbstständig zu machen und unter Palmen sein Geld zu verdienen – das klingt natürlich sehr verlockend! Doch einfach ist das Auswandern trotzdem nicht! Bevor du deine 7 Sachen packst und ins Land des Lächelns ziehst, solltest du dich ausgiebig mit Land & Leuten befassen. Wir verraten dir alles, was du über Thailand wissen musst, damit ein erfolgreiches Auswandern gelingt und deine Entscheidung wohl überlegt ist.


Warum nach Thailand?

Warum bietet sich gerade Thailand so als Auswanderland an? Neben dem herrlichen Klima und netten Locals sind es vor allem die niedrigen Lebensunterhaltskosten in Thailand, die eine hohe Lebensqualität versprechen. Auch die zurückhaltende und spirituelle Kultur Thailands zieht viele Auswanderer an. Vor allem im Kontrast zur deutschen Kultur, kann die thailändische Kultur punkten: Ausgeprägte Freundlichkeit, Ruhe & Gelassenheit, ein sehr respektvoller zwischenmenschlicher Umgang (vor allem alten Menschen gegenüber) und farbenfrohe traditionelle Feste und Bräuche sind Dinge, die der deutschen Kultur etwas abhanden kommen. Thailand bietet eine Alternative zum hektischen und oftmals konfliktreichen deutschen Alltag, Außerdem sind die medizinischen Standards in den Städten durchgehend hoch und es gibt zahlreiche alternative Heil- und Therapiemöglichkeiten und Thai Massagen, die sich vor allem für Senioren anbieten.


Das Klima in Thailand

Das Klima in Thailand ist durchgehend warm, einen Winter gibt es nicht. Sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit bleibt das ganze Jahr über konstant hoch, große Temperatursprünge innerhalb eines Jahres bleiben aus. Von November bis Februar herrscht das mildeste Klima in Thailand. Die Durchschnittstemperatur sinkt dann auf rund 20 Grad Celsius ab, in Nordthailand kann es sogar noch kühler werden. Von März bis Mai steigen die Temperaturen im ganzen Land dann schnell an und es wird richtig heiß! Die Temperaturen erreichen ihren Höhepunkt, die Luftfeuchtigkeit steigt und einige Teile des Landes haben im Sommer häufig mit Trockenheit und Wassermangel zu kämpfen. Ab Juni bis Oktober folgt dann die erfrischende Regenzeit, die Niederschlagsmenge steigt von Monat zu Monat. Gerade für die Landwirtschaft und die üppig Natur in Thailand ist die Regenzeit überlebensnotwendig – und wird nach den heißen Sommermonaten auch für dich eine willkommene Abkühlung sein.


Die thailändische Kultur

Die Kultur in Thailand ist geprägt vom Buddhismus, der zum Alltag in Thailand dazugehört. Vor dem Auswandern solltest du dich deshalb unbedingt ein bisschen zum Thema einlesen. Darüber hinaus hat die Familie in Thailand einen überaus großen Stellenwert und es ist relativ schwer in neue soziale Kreise aufzuschließen, wenn man keine Kontakte hat. Zurückhaltung, Höflichkeit und Harmonie sind drei zentrale Aspekte der thailändischen Kultur und Menschen in Thailand. Es wird alles getan, um Konflikte zu vermeiden und du wirst es selten erleben, dass sich zwei Thais öffentlich streiten oder ihre Kontrolle verlieren und ausrasten. Deshalb ist es besonders für Ausländer wichtig sich mit den Sitten und Bräuchen im Land des Lächelns auseinanderzusetzen und diese zu verinnerlichen. Wer nach Thailand auswandern möchte, sollte sich auch darum bemühen die Sprache zu erlernen. Zwar können die allermeisten Thais etwas gebrochen Englisch sprechen, doch um dort Geschäfte zu machen, neue Freunde und vielleicht sogar eine Familie zu gründen, sind zumindest grundlegende Thai-Kenntnisse unbedingt empfehlenswert. Und so schwer ist Thailändisch dann auch nicht!


Lebenshaltungskosten in Thailand

Die Lebensunterhaltungskosten in Thailand sind sehr gering und das Preis-Leistungsverhältnis ziemlich gut. Wer nach Thailand auswandert muss monatlich miindestens 65000 Baht, rund 1500 Euro, auf seinem Konto nachweisen können, wobei wesentlich weniger Geld bereits ausreicht um in Thailand gut zu leben. Wer nicht in Saus und Braus leben möchte, sollte als monatliches Budget mit 500-800 Euro rechnen. Dafür ist allerdings eine günstige Unterkunft, die maximal 6000 THB pro Monat verschlingt, Voraussetzung. Auch wenn die Lebenshaltungskosten in Thailand günstig sind, sollte man das Projekt Auswandern dennoch nicht ohne finanzielle Rückendeckung begehen. Auch in Thailand steigen die Preise kontinuierlich an und das Leben wird allmählich teurer, auch aufgrund des ungünstigen Wechselkurses des Euros.


Jobs in Thailand

Viele Auswanderer hoffen auf die ganz große Geschäftsidee in Thailand oder Träumen davon eine eigene Bar oder Hostel aufzumachen. Unser Tipp: Vergiss es! Sowohl Bars wie Hostels gibt es in Thailand wie Sand am Meer – und ein Scheitern ist deshalb mehr als wahrscheinlich. Vor allem in der Nebensaison übersteigen die Ausgaben häufig die Einnahmen. Auch wer auf einen Job bei einer thailändischen Firma hofft, müssen wir enttäuschen. Da meist Einheimische bevorzugt werden, wirst du vermutlich eh keine Chance haben – doch das ist auch gut so: Denn wer einen Thai-Job hat, bekommt natürlich auch Thai-Lohn. Und das ist in der Regel nicht viel. 10 bis 12 Stunden Arbeit pro Tag für 400 Euro? Klingt wenig verlockend, oder? Darüber hinaus gibt es einige Jobs, die Ausländer per Gesetz gar nicht ausführen dürfen in Thailand. Hier im Überblick:

Arbeiten Landwirtschaft, Tierzucht, Forstwirtschaft, Fischerei, Farmaufsicht

Maurerhandwerk, Zimmerhandwerk oder andere Gewerke

Holzschnitzereien

Ladeninhaber

Auktionator

Buchführungsprüfung (gelegentliche interne Rechnungsprüfung zulässig)

Edelsteine schneiden oder polieren

Friseur/in oder Kosmetiker/in

Handweberei

Matten-Webereien oder Herstellung aus Schilf, Stroh oder Bambus

Papierproduktion in Handarbeit

Lackwarenherstellung

Herstellung thailändischer Musikinstrumente

Gold- oder Silberschmied, Verarbeitung anderer wertvoller Materialien

Herstellung von Bronzewaren

Herstellung thailändischer Puppen

Herstellung von Matratzen oder Polsterdecken

Manuelle Herstellung von Seidenprodukten

Herstellung von Buddhastatuen oder Bildern

Herstellung von Messern

Herstellung von Papier- oder Stoffschirmen

Hutmacher & Schuhmacher

Maklertätigkeit und Vermittlung (im internationalen Geschäft zulässig)

Schneider

Herstellung von Keramik

Manuelle Zigarettenherstellung

Jurist

Bürotätigkeit

Seidenherstellung in Handarbeit

Schriftsätzer für Thaischrift

Straßenverkäufer

Touristenführer oder Reiseagent

Architekt

Hoch oder Tiefbauingenieur

Die besten Jobmöglichkeiten für Ausländer in Thailand finden sich in der Tourismusbranche. Tauchlehrer, Reiseleiter, Englischlehrer, Webdesigner oder Musiker werden häufig benötigt und mit Vorliebe mit Ausländern besetzt.


Krankenversicherung in Thailand

Wer in Thailand lebt, braucht natürlich auch eine passende Krankenversicherung. Eine Krankenversicherung macht besonders Sinn, da Notfälle, Operationen und längere Kranhausaufenthalte in Thailand besonders teuer werden können und wir Europäer in klimatisch extremen Ländern wie Thailand natürlich anfälliger für Krankheiten sind. Achtung: Viele thailändische Versicherungen haben eine Altershöchstgrenze. Deshalb vor Abschluss des Vertrags darauf achten, bis zu welchem Alter die Versicherung gezahlt wird.


Einreisebestimmung und Visa in Thailand

Ohne Visum dürfen sich Deutsche in Thailand bis zu 30 Tage lang aufhalten. Die thailändische Staatsbürgerschaft zu erlangen ist ziemlich schwer bis unmöglich, du solltest also nicht darauf bauen eine Daueraufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Eine Daueraufenthaltsgenehmigung erhältst du nur, wenn du dich die letzten 3 Jahre ununterbrochen auf Basis des Non Immigrant Visa in Thailand aufgehalten hast. Zudem hat die „Residence Permit“ einen stolzen Preis: 191.400 THB musst du zahlen, um sie zu bekommen, zuzüglich 7600 THB für die Beantragung – und es werden nur 100 Daueraufenthaltsgenehmigungen pro Jahr und pro Land vergeben. Diese Anforderungen sind von den meisten Auswanderern nicht zu erfüllen. Die Konsequenz? Alle 3 Monate musst du das Land verlassen, z.B. einmal nach Laos fahren, dort mindestens 24 Stunden verbringen und dann zurückkehren. Sogenannte „Visa Runs“ kosten nicht viel, sind aber natürlich etwas nervig. Doch es gibt Hoffnung: Das neue Non Immigrant „O-A“ erlaubt es Einwanderern sich in Thailand bis zu einem Jahr aufzuhalten und kann sogar problemlos für ein weiteres Jahr verlängert werden. Das Visum muss Vorab in einer thailändisches Botschaft beantragt werden.


Wohnungsmarkt in Thailand

Die Wohnungssituation in den meisten Städten Thailands ist relativ entspannt. Auf keinen Fall sollte man eine Wohnung oder ein Haus schon von Deutschland aus organisieren. Es empfiehlt sich immer Immobilien vor Ort zu besichtigen. Nicht nur aufgrund von möglichen Betrügereien, sondern auch weil die Preise von Immobilien im Internet häufig überteuert sind. Die Mietpreise sind im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. Eine möblierte Wohnung gibt es in Thailand bereits ab 4000 THB, ein möbliertes Haus ab 12000 THB, zuzüglich Nebenkosten. Natürlich kosten Immobilien in guter Lage, im Zentrum oder am Strand, immer etwas mehr.