10 Insekten, die du in Thailand essen kannst

Weltweit erfreut sich thailändisches Essen großer Beliebtheit. Ob Pad Thai, würziger Papayasalat oder simples Thai-Streetfood – Thailändische Küche schmeckt einfach richtig gut. Dabei geht es in Thailand auch eher eklig, zumindest wenn das Auge mit isst. In Thailand sieht man nahezu an jeder Ecke kleine Stände, die ganz besondere Appetithappen anbieten: Gebratene, gegrillte und geröstete Insekten. Hmmm, lecker! Nicht nur in Thailand, sondern auch in China oder Kambodscha gelten Insekten längst als Delikatesse, von Heuschrecken bis Mehlwürmern ist alles dabei. Und wer einmal seinen Mut zusammen nimmt, die Augen schließt und einen Happen frisch gebratener Insekten herunterschlingt, wird feststellen: So schlimm schmeckt das gar nicht! Und richtig gesund sind sie außerdem. Wir stellen euch die 10 populärsten Insekten-Snacks in Thailand vor.


1. Pad Thai: Der Klassiker – aber nur für Touristen

Pad Thai. An nahezu jeder Ecke in Thailand sieht man diese bunte Schilder, die in gebrochenem Englisch das beste Pad Thai der Stadt anpreisen. Vor allem Touristen lieben Pad Thai, die Einheimischen lassen davon jedoch meist die Finger. Es ist also ein typisches Touri-Gericht, verdient aber trotzdem eine ganz klare Probier-Empfehlung. Denn es schmeckt einfach himmlisch. Was ist also drin im Thailand-Klassiker, der eigentlich gar kein Klassiker ist? Pad Thai besteht aus Nudeln, Ei, Zwiebeln, Sojasprossen und gemahlenen Erdnüssen und lässt sich entweder mit Tofu, Hühnchen oder Rind bestellen. Damit man so richtig ins Schwitzen kommt, wird das Gericht meist noch kräftig mit Zucker und Chillipulver gewürzt. Super lecker, super scharf!


Ein typischer Thai Snack...

In Thailand werden Insekten vor allem als Snacks für Zwischendurch gegessen, am liebten zusammen mit einem Bier oder einem anderen alkoholischen Getränk. Ursprünglich wurden Insekten vor allem im Isaan, dem Nordosten des Landes gegessen. Mittlerweile gehören Insekten-Snacks längst zum Alltag in ganz Thailand. Auf nahezu jedem Markt finden sich Stände mit den exotischen Leckereien, die meist in Öl frittiert oder angebraten werden. Wem das zu fettig ist, der kann auch auf gedämpfte, gekochte oder gegrillte Insekten-Snacks zurückgreifen.


...oder Thai Beilage

Die Insekten dienen in Thailand nicht nur als leckere und gesunde Snacks, sondern auch als Beilage zu allerlei verschiedenen Gerichten. Besonders beliebt: Omeletts, die mit roten Ameisenlarven zubereitet werden. Mittlerweile gibt es Insekten-Snacks sogar in süß, z.B. geröstete Mehlwürmer, überzogen mit einer dünnen Schokoladenschicht. In einigen Ecken Thailands wird auch eine Honigglasur vor dem Anbraten aufgetragen, um einen leicht süßlichen Geschmack zu erzeugen.


Welcher Insekten-Snack darf heute es sein?

In Thailand und in anderen Ländern in Südostasien gibt es meist bis zu zehn verschiedene Insektensorten, es ist also für jeden etwas dabei. Ob saftige Seidenraupen, kleine Wasserkäfer, knackige Mehlwürmer, schwarze Skorpione, riesige Vogelspinnen und die besonders beliebten Bambuswürmer – sie alle erfreuen sich bei der einheimischen Bevölkerung, und einigen mutigen Touristen, großer Beliebtheit.


Bambuswürmer (Non Pai/Rod Duan)

Bambuswürmer sind äußerst beliebt in Thailand. Die weißen Würmer sind 2 bis 3 Zentimeter lang und damit etwas größer als Seidenraupen. Gewöhnliche Zubereitungsart: Frittiert oder als salzige Snacks für Zwischendurch. Bambuswürmer bestehen 26% aus Protein und zu 51% aus Fett und sehen für die allermeisten Europäer wohl wenig appetitlich aus. Wer sich traut, wird überrascht sein: Ein sehr leichter, fast neutraler Geschmack macht sich auf der Zunge breit. Konsistenz: Knusprig und innen weich.


Grillen (Jing Leed)

Der wahrscheinlich beliebteste Insekten-Snack in Thailand. Die Grillen sind in Thailand mittlerweile sogar so beliebt, dass sie auf speziellen Farmen extra gezüchtet werden. Das muss was heißen. Und tatsächlich: Schmeckt nicht übel! Besonders die Zucht-Grillen zeichnen sich durch einen besonders guten Geschmack aus. Auch die Grillen haben einen hohen Proteingehalt und eine leicht knusprige Konsistenz. Wichtig: Vor dem Verzehr die Beine entfernen.


Heuschrecken (Tak Ga Tan)

Heuschrecken werden nicht nur in Thailand, sondern in vielen asiatischen Ländern gegessen. Die bis zu zehn Zentimeter großen Insekten werden frittiert, geröstet und am Stück gegessen. Wie bei den Grillen, werden die Beine vor dem Verzehr am besten entfernt. Kräftig Gewürzt oder mit einer Sauce schmecken die Heuschrecken wirklich lecker, selbst für europäische Gaumen. Augen zu und durch!


Holzwürmer (Non Mai)

Die kleinen Holzwürmer haben mir persönlich nicht wirklich geschmeckt, du solltest sie aber trotzdem mal ausprobieren. Sie besitzen eine ziemlich weiche Hülle und eine Länge von ungefähr 3 Zentimetern. Nach dem Anbraten schmecken sie leicht knusprig.


Mehlwürmer

Auch die Larven der Mehlwürmer sind ein beliebter Snack im Land des Lächelns. Zubereitungsart: Gekocht, gebraten oder gekocht. Eine knusprige Konsistenz und leicht nussiger Geschmack.


Seidenraupen (Nhon Mhai)

Die dicken Seidenraupen werden vor allem frittiert gegessen und haben eine Größe von bis zu zwei Zentimetern. Seidenraupen haben eine sehr weiche Konsistenz und schmecken fast wie Erdnüsse! Der Geschmack ist allerdings ziemlich seicht, was dazu führt, dass die Seidenraupen schnell den Geschmack von Gewürzen und Saucen annehmen.


Rote Ameisen (Mod Daeng)

Die roten Ameisen sind besonders klein und bieten sich deshalb vielleicht gerade für „Insekten-Snacks-Einsteiger“ an. Die Konsistenz ist ziemlich weich und ein bisschen zäh und Geschmack salzig und ölig.


Großer Wasserkäfer (Maeng Da Na)

Die großen Wasserkäfer sind nicht nur die größten Insekten, die es in Thailand zum Essen gibt, sondern haben auch den stärksten Geschmack. Und das gruseligste Aussehen haben die Wasserkäfer auch noch: Sie sehen nämlich aus wie riesige Kakerlaken. Männliche Käfer werden klein gehackt und dienen als leckere Beilage zu verschiedenen Salaten, während beim weibliche Pendant nur das Innere gegessen wird. Die männlichen Käfer haben noch eine weitere Besonderheit: Sie haben einen speziellen Duft und sind deshalb eine beliebte Zutat bei Gerichten wie Nam Prik oder Som Tam. Auch Fischsaußen werden mit den männlichen großen Wasserkäfern gerne angereichert. Wie riechen die großen Wasserkäfer? Nach zuckersüßem Obstoder Apfel. Ziemlich lecker!


Zikaden

Auch Zikaden werden in Thailand in heißem Öl zubereitet und frittiert. Besonders beliebt sind die weiblichen Zikaden, da diese fleischiger sind und besser schmecken. Aber auch männliche Zikaden werden von den Thais fleißig weg gefuttert. Dabei zeichnen sich Zikaden durch einen leicht süßlichen Geschmack aus. Die Panzer der Zikaden werden übrigens zu Heilungszwecken in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet!


Wanzen (Maeng Kee Noon)

Die Wanzen in Thailand sind etwa 3 Zentimeter groß und werden besonders gerne im Wok mit etwas Öl und verschiedenen Gewürzmischungen angebraten. Serviert mit einer süß-sauren Sauce bieten sich Wanzen als leckerer Snack zum Dippen an. Bevorzugt natürlich mit einem kühlen Bier. Prost Mahlzeit!


Welche Insekten sonst noch so gefuttert werden

Es gibt natürlich noch unzählige weitere Insektenarten, die in bestimmten Ecken in Thailand ebenfalls gegessen werden, aber im Rest des Landes noch nicht groß verbreitet sind. Ameisen, Bienen, Wespen, Schmetterlinge, Spinnen, Taranteln, Skorpione, Mistkäfer, Wespen stehen alle ebenfalls auf dem Speiseplan einiger Thais. Weltweit gibt es über eintausend verschiedene Insektenart, die vom Menschen regelmäßig gegessen werden.


Wo gibt es Insekten in Thailand?

Fast überall und auf jedem größeren Markt, vor allem in Nordosten des Landes. Auch in Bangkok wird man fündig oder auf den Touristenhochburgen wie Pattaya oder Phuket. Wer in Bangkok Insekten probieren möchte, sollte den Stadtteil Banglamphu, die Khao San Road, Soi Rambuttri, das Patpong-Viertel, die Silom Road oder die Sukhumvit Road aufsuchen. Zahlreiche Straßenstände laden dort zum Probieren ein. Mittlerweile versuchen sich sogar angesagte Gourmetrestaurants an der Kunst des Insekten-Essens. Wir dürfen gespannt sein, was die Zukunft bringt.


Wo kommen die ganzen Insekten eigentlich her?

Wie bereits kurz erwähnt, kommt der Brauch des Insektenessens in Thailand ursprünglich aus dem Nordosten, der ärmsten Region des Landes. Die ärmere Landbevölkerung fand bereits vor Jahrhunderten heraus, dass Insekten eine wichtige Nährstoffquelle sein können – vor allem, wenn das Geld knapp ist. Dies hatte zudem einen netten Nebeneffekt: Das Risiko an Heuschreckenplagen, die nicht selten gesamte Ernten vernichten, wurde reduziert. Mittlerweile ist die Insekten-Nachfrage im ganzen Land rapide gestiegen. Die „Insektenindustrie“ boomt und bietet vielen Menschen aus dem Nordosten Arbeitsplätze, z.B. in den Touristenhochburgen oder in der Hauptstadt. Heutzutage werden Insekten mit ultra modernen Anlagen und Techniken gefangen, vor allem ultraviolettes Licht wird eingesetzt. Viele Insektenarten werden auch gezüchtet und sogar exportiert – z.B. ins Nachbarland Kambodscha, wo die Nachfrage nach frischen, gekühlten Insekten ebenfalls konstant steigt.


Insekten, das Essen der Zukunft?

Nicht nur in Südostasien hat man mittlerweile erkannt, das Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle sein könnten, vor allem in Hinsicht der rasch wachsenden Weltbevölkerung. Zahlreiche Ernährungswissenschaftler sind sich mittlerweile einig: Würde das Essen von Insekten weltweit ähnlich verbreitet sein wie in Thailand, gäbe es für niemanden mehr Grund zu hungern. Insekten sind nämlich nicht nur reich an Proteinen, Mineralstoffen und wichtigen Fettsäuren, sondern auch günstig und in nahezu jedem Land der Welt zu Hause. Auch die Vereinten Nationen setzen sich mittlerweile dafür ein die Lebensmittelknappheit vermehrt mit Insekten zu bekämpfen. Beim nächsten Thailand Urlaub deshalb unsere Empfehlung: Ruhig mal probieren, wahrscheinlich wirst du positiv überrascht werden. Wir wünschen guten Appetit.